![]() | Deutsches Hugenotten-Museum Bad Karlshafen |
|
Neue Bilder ![]() |
Die Geschichte der Hugenotten und Waldenser im BildCalvinErst Calvin (1509-1564) gelang es, den Fortbestand der evangelischen Bewegung in Frankreich und damit der Hugenotten mit seinen Schriften zu sichern. Calvin, 1509 in Noyon in der Picardie geboren, studierte in Paris, Orléans und Bourges Jura und Theologie. Er schloss sich um 1533 der Reformation an und war gezwungen, Paris 1535 zu verlassen. BildersturmDer Bildersturm begleitete die Reformation im 16. Jahrhundert. Calvin und andere reformatorische Theologen überzeugten ihre Anhänger davon, dass die Darstellung Christi und der Heiligen eine Lästerung gegen Gott und die ersten zwei Gebote bedeutete. Daraufhin wurden vor allem in Kirchen Skulpturen und figürlichen Darstellungen auf Gemälden und Kirchenfenstern unwiederbringlich zerstört. 10-Gebote-TafelnDie 10 Gebote Gottes hatten als "Bildersatz" in den reformierten hugenottischen Kirchen von Anfang an eine wichtige Funktion. Die Gebote wurden auf Holz oder auf Stein und Marmor geschrieben und nicht selten mit Mose und Aaron ausgeschmückt. Auch in Schlosskapellen oder Sälen begegnen die Tafeln. Selbst in bürgerlichen Häusern der Hugenotten sind Dekalogtafeln nachgewiesen. AbendmahlsmarkenNach Calvins Kirchenzucht durfte nur zum Abendmahl, wer zuvor méreaux (Einzahl: mereau) erworben hatte durch ein züchtiges Leben und gegen eine Gebühr. Es sind Marken aus Blei, Zinn oder einem anderen unedlen Metall. BartholomäusnachtAusgerechnet in dem wirtschaftlich und kulturell fortschrittlichen europäischen Land Frankreich fand im Morgengrauen des 24. August 1572 der erste Pogrom der Neuzeit, die Pariser Bluthochzeit der Bartholomäusnacht statt. Es starben ca. 2.000 Hugenotten in den Häusern und Straßen der Hauptstadt, ca. 10.000 Hugenotten in anderen Städten Frankreichs. Gottesdienste im FreienNach dem Erlass des Edikts von Nantes im Oktober 1685 durch König Ludwig XIV. war es den Hugenotten verboten, in seinem Land in Kirchen oder öffentlichen Gebäuden zum protestantischen Gottesdienst zusammenzukommen. Viele Hugenotten verließen deshalb ihre Heimat, andere kamen als "Kirche in der Wüste" zu geheimen Versammlungen in Steinbrüchen und an anderen Orten zusammen. Die Flucht der HugenottenCa. 170.000 Menschen (die genaue Zahl ließ sich bisher nicht ermitteln) verließen innerhalb weniger Monate ihre Heimat Frankreich. Ihr einziger Grund war der Wunsch, als reformierte Christen ohne Verfolgungen und Einschränkungen in ihrem Glauben und ihrer Überzeugung leben zu können. Die Hugenotten waren Glaubensflüchtlinge. Aufnahme der Hugenotten44 000 Hugenotten kamen auf der Flucht nach Deutschland. In zahlreichen Dörfern und Städten fanden sie eine neue Heimat. Besonders stark besiedelt wurden Brandenburg-Preußen, Hessen-Kassel, Rhein-Main-Gebiet, Kurpfalz mit Zweibrücken, Franken und Württemberg, aber auch die Hansestädte und Niedersachsen. |
© Deutsches Hugenotten-Museum 2010 |